Lesung ohne Worte


Mit der Sprache zu spielen, will geübt sein. Dabei ist jeder Unsinn erlaubt. Heute geht es um berühmte Namen, und was man aus ihnen machen kann.

Der Saal füllt sich langsam. Ein paar Gäste sitzen schon, aber die meisten machen keine Anstalten, sich niederzulassen und zuzuhören. Die wenigsten wissen, was überhaupt auf dem Programm steht. Sie trinken und tratschen.


Kevin Costnert vom Gebäck, es war das letzte.

Vincent: »Van Goght ihr was? Ich hab Hunger. «

Auch Richard Geret nach etwas Süßem.

Hieronymus Boscht in die Hände: »Schluss jetzt, Burschen, wir haben Wichtigeres zu tun.«

»Was denn?«, fragt Max Ernst.

»Christopher Leest«, sagt eine Stimme hinter ihm.

»Gar nicht wahr« mischt sich jemand von links ein. »Franz Liszt. «

»Schade, ich dachte Meryl Streept.«

Friedrich Hundert wassert nach: »Warum denn der?«

»Weil … egal … lange Geschichte. Die Kurzform: Stephen Kings nicht so gut.«

»Ist doch wurscht, sind nur Worte.« Egon Schielet nach links, die Dame neben ihm gefällt ihm besser als jede Literatur.

George Braquet ihm eine.

Édouard Manet beide ab: »Verrückt geworden? Und du benimm dich, Egon, sie ist seine Frau.«

»Na und?« Adalbert Stiftert gern wen an, am liebsten zum Seitensprung.

Guiseppe: »Verd i jetzt total deppert?«

Richard: »Macht Nixon. Hab ich mich auch oft gefragt.«

Harrison Ford sich durch die Haare und sagt: »Geh, William, Holden Hund herein.«

Max Planckt ab. »Lasst den Waldi draußen, und fangen wir endlich an.

Antonio: »Vi? Valdi ist draußen? Bei der Kälte! Ich liebe Hunde.

»Er ist nicht allein, Barack steht im Wald und betet: O Bama, helft mir!«

»Robert, geh Downey, ich hab überhaupt keinen Platz hier.« Olysses‘ Grant ist allen schon lästig.

Brad Pittet um Ruhe. »Tom, Hanks Jackett einfach über den Sessel, sonst wird das heute nix mehr mit der Lesung.«

Jimmy, verCartert von der Flasche Wodka gestern, die er so schnell ausgetrunken hat, dass er heute mit einem russischen Akzent aufgewacht ist, rülpst.

John Tylert ihm mit, dass das keine Manieren sind, und ob er sich nicht im Griff hätte.

»Wer lässt fragen?«, will Jimmy wissen.

»John!« Keanu Reeves lauter als nötig.

Ein monströser Nieser beendet das Hin und Her.

Gregory Peckt dazwischen: »Adam Sandlert noch alle an.«

Dustin: »Hoff, Mann, ich krieg nichts ab, ich hasse Schnupfen.«

Ein Glas fällt zu Boden und zerspringt.

»Willem Defoermiert die Einrichtung!« Harper Leegt völlig richtig. »Kann das bitte jemand zusammenkehren?«

Elijah Woods tun, aber er hat zwei linke Hände und würde noch mehr kaputt machen.

Birgit Denkt.

Emma is Stoned.

T.C. Boylet mit den Fäusten seine Taschen aus.

Jim: »Carrey den Dreck halt selber zamm.«

Gustav erKlimt das Podium und räuspert sich.

Paul: »Cézanne jetzt wieder wer?«

»Beherrsch dich, Paul, sonst kriegst du’s mit mir zu tun.«

»Christoph Waltzt immer alle platt, piepst dessen Begleiterin, beugt sich zu ihrem Sitznachbarn und drückt seinen Oberarm. »Heath! Ledgert ist dein Bizeps.«

Alec: »Bald wind ich mich am Boden.

Gore, Vidal wie immer, ruft: »Da mach ich mit!«

Jeff Bridgelt im Bad herum, man hört es bis in den Saal, wo sich mittlerweile überhaupt niemand mehr für die Lesung interessiert. Man gibt sich vollends dem Tratsch hin.

»Philip Rothst seine Sachen neuerdings derart hin, nicht mehr zu lesen, seine Bücher.«

»Schon gehört? Johann Sebastian Bachtet ein Haus.«

»Schön für ihn. Robert hatte Duvall zwischen einem Schloss und einer Badehütte, er konnte sich so lange nicht entscheiden, dass beides weg war. Er wohnt jetzt im Auto.«

»Da fällt mir ein: Leonardo, di Caprio-Reifen musst du noch wechseln.«

»Wisst ihr schon das Ärgste: Armin Müller-Stahl mir meine goldene Uhr!«

John Waynet.

»Hör auf mit dem Flennen, kauf ihm eine neue mit deinem vielen Geld. Oder spende es. Jonathan Franzen die Ärmel aus, er kann Hilfe brauchen.«

Die ersten Gäste verlassen die Veranstaltung.

Auch Pearl S. Buckt’s.

Nimmst du mich mit?, fragt sie.

»Jean fährt Reno«, warnt jemand.

»Eben, sagt sie.

Fritz Langt’s.


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