Die Angst vorm weißen Blatt. Und wie du sie los wirst.




Es ist wieder einmal soweit. Es müssen Buchstaben aufs Papier. Oder in das Worddokument. Völlig egal. Für die Buchstaben macht das keinen Unterschied. Für dich schon. Du hast eine jungfräuliche weiße Fläche vor dir, vor der du dir in die Hosen machst.



Die Tastatur schaut dich an mit ihren drei Dutzend Augen.

Na, scheinen sie zu sagen, komm schon, hau rein.

Moment, denkst du, ich brauch einen Kaffee.


Du kommst an den Schreibtisch zurück und stellst die Tasse auf Armlänge neben den Computer. Damit nichts passiert.

Fein, sagen die Tastenaugen, jetzt aber.

Moment, denkst du, Kaffee ohne Wasser ist ungesund.


Du kommst an den Schreibtisch zurück und stellst das Glas neben die Tasse. Damit es keine Ausreden mehr gibt.

Perfekt, sagen die Tastenaugen, und los!

Moment, denkst du, durch diese dreckigen Fensterscheiben sieht ja keiner mehr hinaus.



Du kommst an den Schreibtisch zurück und legst den Putzlappen neben die Tasse und das Glas.

Also bitte, sagen die Tastenaugen, du wirst doch jetzt nicht wieder Fensterputzen?

Nein, denkst du, ich schütte lieber den Kaffee über die Tastatur. Damit endlich eine Ruh ist.


Fünf Tipps für alle, die dieses stumme Zwiegespräch kennen:

  1. Hol dir deinen Kaffee.

  2. Trink dein Wasser.

  3. Setz dich an den Computer.

  4. Hol tief Luft.

  5. Tippe irgendwas in die Tastatur.

Egal, was da jetzt steht, auf einmal ist das Blatt nicht mehr nur weiß. Die Angst des Schreibers vorm weißen Blatt lässt sich also vertreiben. Mit Buchstaben.


Ganz ist das Problem damit allerdings noch nicht gelöst. Die Angst ist zwar weg, aber Text steht immer noch keiner da.



Außer:

Sb0bkmhoc zghdbe d kdmdejvip


Oder:

I mag net.


Irgendwas eben.



Bestenfalls:

Buchstaben sind Deppen.


Oder:

Ihr könnt mich alle gern haben.


Die Angst vorm weißen Blatt ist also nicht das einzige, was dich am Schreiben hindert. Da ist auch noch die Angst vorm leeren Hirn. Sie loszuwerden, ist schon schwieriger. Mit irgendwas kommst du da nicht weiter. Es müsste schon so etwas wie der erste Satz her.


Fünf Tipps für alle, die einen ersten Satz brauchen:

  1. Hol dir noch eine Tasse Kaffee.

  2. Trink noch mehr Wasser.

  3. Setz dich ja nicht an den Computer.

  4. Trage dein Hirn ein bisschen im Raum herum. Wenn das nichts bringt, geh einmal um den Häuserblock.

  5. Tippe den Satz, den du von draußen mitgebracht hast, in die Tastatur.

Schau dir an, was da jetzt steht.

Frag andere, ob sie weiterlesen würden.

Wenn ja, schreib weiter.


Wenn nein, brauchst du fünf Tipps für alle, die einen anderen ersten Satz brauchen:

  1. Hol dir um Gottes willen keinen Kaffee mehr.

  2. Trink lieber nur noch Wasser.

  3. Setz dich an den Computer.

  4. Beginne zu schreiben.

  5. Lies dir die ersten paar Sätze durch, bis dir einer davon ins Auge sticht.

Es gibt ihn, es gibt ihn immer. Und du erkennst ihn. Er ist kürzer als die anderen und versucht nicht übereifrig, gleich die ganze Geschichte auf einmal einzufangen, sondern macht nur neugierig auf sie. Streiche alles, was davor steht und freu dich. Du hast deinen ersten Satz gefunden.


Bravo, sagen die Tastenaugen, du wolltest kreatives Schreiben lernen, das geht nur, indem du schreibst.



Tipp: In Folge 2.1. lernst du mehr über den packenden ersten Satz.

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