Ein paar Schreibtipps für zwischendurch

Aktualisiert: 6. Juni 2019


Wie verwendet man Abkürzungen? Welche Zahlen muss man in einem Text ausschreiben? Und wie ist das eigentlich mit den Anführungszeichen? Ein paar Schreibtipps für Buch, E-Mail und andere Texte.


1. Abkürzungen


Nur keine Abkürzung, sagt der Thomas immer zu mir.

Es gibt Momente, da bringt er mich damit ziemlich auf die Palme. Momente, in denen wir zu spät aus dem Büro weggekommen sind, im Auto sitzen und dann auch noch im Stau stehen. Momente, in denen ich genau weiß, durch welche Gässchen wir viel schneller am Ziel wären, die ich aber nicht nehmen darf, weil er sagt: nur keine Abkürzungen.

In allen anderen Momenten hat er allerdings vollkommen recht. Wenn wir nicht gerade im Auto sitzen, sondern am Computer, sind wir uns einig: Abkürzungen sind Teufelszeug.

Mio. u. dergl., bez. k. Versteht kein Mensch.

Od. zb Mrd. u.v.m. Völlig unverständlich in einem anständigen Text.

U.A.w.g., aber asap. Total unhöflich.

Da hilft auch kein m.f.G. etc mehr.



2. Zahlen


Auch Zahlen haben Buchstaben.

In kurzen, informativen, faktensprühenden Texten sind Zahlen erlaubt, sofern sie nicht bloß einstellig sind. Bis zwölf schreibt man sie aus, ab 13 dürfen sie in Ziffern dastehen. Runde Zahlen wie 20, 30, 100 oder 1.000 schauen besser aus als zwanzig, dreißig, fünfzig, hundert oder tausend.

In längeren Texten stören Zahlen. Das Auge holpert über sie drüber, und das hemmt den Lesefluss.

In Buchmanuskripten sollten überhaupt keine Zahlen vorkommen, außer vielleicht Jahreszahlen. Die auszuschreiben haben wir einmal versucht. Wir haben daraus gelernt.


3. Anführungszeichen


Im Deutschen stehen die Anführungszeichen im Gegensatz zur englischen Sprache zu Beginn eines Zitats unten und am Ende oben, der Punkt wird innen gesetzt:

„So gehört das.“

Außer, der Satz geht noch weiter, dann brauchst du einen Beistrich, und zwar nach dem Ausführungszeichen:

„So gehört das“, sagen wir.

Wenn der Satz immer noch nicht aus ist, gehört der Punkt außen:

„So gehört das“, sagen wir, „und damit basta“.


In Buchmanuskripten gelten wieder eigene Regeln: Dann verwendest du erstens die französischen Anführungszeichen, und zweitens wandert der Punkt wieder nach innen:

»So gehört das«, sagen wir, »und damit basta.«

Und bitte frag uns nicht, warum.


Tipp: Mehr zu den lieben Satzzeichen findet ihr in Folge 4.5.

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